Zeit für mich

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Winterzeit ist Zeit für mich

Liebst du den Winter?
Ich bin eigentlich kein Wintermensch. Wobei ich den Beginn der vierten Jahreszeit durchaus genieße. Ich freue mich auf die kürzer werdenden Tage, den ersten Schnee, Kerzenschein und eine gemütliche Advents-und Weihnachtszeit...
Aber spätestens ab Mitte Januar wird es schwer für mich. Kälte und Dunkelheit lassen in mir die Sehnsucht nach Sommer, nach dem Grün der Natur, nach Sonne und Wärme wachsen.

Doch das dauert noch...
Daher begebe ich mich in dieser Zeit gerne auf eine besondere Reise: Auf die Reise zu mir. Seit vielen Jahren faste ich regelmäßig einmal im Jahr für zwei Wochen. Wenn mein Kalender es erlaubt, am liebsten im Januar.  So kann ich gleich zu Beginn des Jahres für die kommenden Monate ausreichend Kraft sammeln – auf dieser Reise zu mir.

Die ersten Tage des Fastens gehören der Umstellung

Mein Körper muss sich erst an den Entzug von fester Nahrung gewöhnen. Natürlich vermisse ich gutes Essen und gemeinsame Mahlzeiten. Nicht unbedingt aus Hunger, sondern aus Lust und lieber Gewohnheit. Aber ich habe mich bewusst für diesen Verzicht auf Zeit entschieden und ich weiß, schon bald kann ich die Veränderungen genießen.

Während des Fastens spüre ich ein großes Bedürfnis nach Wärme, nach Ruhe und Alleinsein. Ich nehme meinen Körper und meine Umwelt viel bewusster wahr. Mir fällt auf, dass unsere Gesellschaft sehr von Essen geprägt ist: Werbung, die  Kommunikation unter einander, unser gesellschaftliches Leben. Kaum ein Treffen, kaum eine Veranstaltung, die nicht mit einem Essen oder einem Empfang in Verbindung steht.

Die Versuchung ist allgegenwärtig

Ein Freund ruft an. Treffen wir uns am Wochenende? Vielleicht zum Essen? – Ja, gerne! Moment, nein, das geht nicht. Nicht zum Essen. Ich esse momentan nichts. Gerne aber am Nachmittag zum Tee.
Und wirklich: ich nehme in dieser Zeit nur stilles Wasser, Kräutertees und Ingwer-Wasser zu mir. Ab und zu gönne ich mir ein Glas Tomatensaft oder koche mir eine „Suppe“ aus Karotten und Petersilienwurzeln, deren reine Brühe ich trinke. Erstaunlich, dass das ausreicht!

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Fasten . Zeit

Wie viel Zeit verbringen wir mit Einkaufen von Lebensmitteln, Kochen und Essen? Plötzlich scheint der Tag länger zu sein, mehr Stunden zu haben. Das sind „geschenkte“ Stunden, die nur darauf warten mit schönen Dingen gefüllt zu werden um ganz bei sich anzukommen.

Fasten . Reinigung

Da ich in dieser Zeit sehr viel trinke, unterstütze ich die Entschlackung meines Körpers. Alles wird aus mir herausgespült - ich kann die Reinigung förmlich fühlen. Auch „geistige Säuberung“ findet statt: Ich habe jetzt viel Zeit zum Nachdenken.

Fasten . Stille

Stille aushalten. Stille genießen.
Bis auf ganz wenige Ausnahmen bleiben Radio und Fernsehgerät aus.
Ich verspüre kein Bedürfnis nach dieser Art von Unterhaltung. Selbst meine Musikauswahl ist anders. Leiser und ruhiger...

Fasten . Intensität

So intensiv und nah komme ich mir sehr selten. In dieser Zeit sind meine Sinne besonders geschärft. Ich höre tief in mich hinein und freue mich an mir und meinem Ich. Mein Blick wird klarer, auch für das Wesentliche. Meine Umwelt sieht fast wie „frisch gewaschen“ aus. Mein Gehör ist feiner und ich kann Gerüche (noch) intensiver wahrnehmen.

Fasten . Verwöhnen

Ich friere mehr und freue mich am Abend auf Kuscheldecken und heißen Tee. Gelegentlich gönne ich mir ein heißes Bad bei Kerzenschein – ganz für mich allein. Auch Spaziergänge und Nordic Walking in der winterlichen Natur, sowie Yoga und Meditationen unterstützen mich auf meiner Reise zu mir.

Fasten . Macht

Stark zu sein. Die eigenen körperlichen Bedürfnisse überwinden. Die Macht des Geistes über den Körper spüren. Es ist ein tolles Gefühl, auch nach zwei Wochen nicht essen zu „müssen“ und dennoch (fast) voll leistungsfähig zu sein.
Fasten ist aber auch ein zeitlich begrenzter und bewusst gelebter Verzicht. Am Ende freue ich mich wieder sehr auf genussvolle Nahrungsmittel, gemeinsame Mahlzeiten und aktivere Teilnahme am Leben.

So zentriert und mit mir im Reinen kann ich meine Außenwelt mit Freude willkommen heißen. Ich kann mich wieder in einen – bewusster gelebten – Alltag begeben. Denn dieser Flow, diese Stimmung, diese Achtsamkeit, die ich während des Fastens erlebe, werden mich noch eine Weile begleiten. Bis ich im nächsten Winter wieder dieses Bedürfnis verspüre, mich auf die Reise zu begeben. Auf die Reise zu mir.

(Anmerkung: Faste nie ohne ärztliche Beratung bzw. Untersuchung oder professionelle Begleitung)

Foto: ©hmk

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